Sie ist auf der Flucht – doch vor wem? Mit letzter Kraft erreicht Anne einen abgelegenen Bungalow. Die Tür steht auf, sie geht hinein. Sie ruft. Niemand meldet sich. Dann hört sie einen Schrei und im nächsten Moment wird alles um sie herum schwarz…
So beginnt Hanna Winters Thriller Die Spur der Kinder. Packend erzählt zieht er mich sofort in seinen Bann. Was hat diese junge Frau mit dem Verschwinden von Kindern zu tun? Ist sie vielleicht nur durch einen unglücklichen Zufall in die Hände eines Verrückten, eines Entführers, eines Mörders – denn es bleibt ja unklar, wem sie da im Bungalow begegnet ist – gefallen?
Ein Junge ist verschwunden. Am helllichten Tag, mitten im Berliner Zoo. Als seiner Mutter eine weiße Lilie zugeschickt wird, ist Kommissar Piet Karstens und seiner Kollegin Frauke Behrendt klar, dass ein Serientäter erneut zugeschlagen hat. Vor zwei Jahren verschwand Sophie, die Tochter der Schriftstellerin Fiona Seeberg; und auch ihr schickte man eine weiße Lilie. Seitdem gibt es keine Spur mehr von Sophie. Kann ein Kind denn so einfach vom Erdboden verschwinden? Im einen Moment hat sie noch friedlich auf dem Spielplatz getobt und im nächsten Moment ist sie weg. Fiona leidet unter dieser Situation; sie hat eine Schreibblockade und flüchtet sich in den Alkohol. Auch ihr Verlobter Adrian vermag ihr keinen rechten Halt zu geben. Zudem er sich im Laufe der neuen Ermittlungen immer mehr in Widersprüche verstrickt. Er sollte doch auf Sophie aufpassen. Hat er nichts gesehen? Und wieso reagiert er so nervös auf Theresa, die Fiona bei den Anonymen Alkoholikern kennengelernt hat?
Hanna Winter versteht sich darin, Spuren zu legen, denen ich folge. Da ist nicht nur Adrian im Visier der Polizei, auch der Erzieher Sascha Funk und ein älterer Herr, der den Kindern auf dem Spielplatz immer wieder Süßigkeiten zustecken will, machen sich verdächtig. Doch sind sie wirklich schuldig?
Die Spur der Kinder spielt geschickt mit den Urängsten von Eltern – das eigene Kind verschwindet und niemand weiß wohin; lebt es noch, was muss er durchleiden? Jeder könnte es gewesen sein. Hinter jeder Ecke lauert die Gefahr.
Zudem verknüpft Hanna Winter die spannend erzählte Polizeiarbeit mit einem nicht weniger interessanten Beziehungsgeflecht; Fiona und Adrian, Theresa und Rolf, Piet und Fiona. Die vielfältigen Charaktere machen diesen Thriller zu einem echten Lesehighlight – und letztendlich hat jeder eine Leiche im Keller.
Broschiert: 342 Seiten
Erschienen bei Ullstein Tb
August 2010
ISBN: 978-3-5482-8255-8



