2013 – Eine Bilanz

Es ist ruhig geworden in meiner kleinen Schreibstube. Nur noch selten finde ich die Zeit, mich hier in Ruhe hinzusetzen und Gelesenes Revue passieren zu lassen, um euch in mein kleines Bücheruniversum mitzunehmen. Nein, nicht weil mich die Leselust verlassen hat, auch nicht aus Faulheit. Im letzten halben Jahr hat sich fast alles in meinem Leben geändert. Mein ganzer Rhythmus wurde durcheinandergewirbelt und muss sich nun erst wieder richtig zusammensetzen. Das dauert – und zwar länger, als mir lieb ist.

Meine Bücher liegen oft alleine und rufen nach mir – und viel zu oft kann ich ihrem Rufen nicht nachkommen. Viel zu oft ruft die Müdigkeit lauter.

2014

Auf ins neue Jahr – Damit aus diesem Chaos wieder….

Deshalb wird es wohl auch im nächsten Jahr ruhig bleiben. Auch wenn ich dabei bin, die Puzzleteile in meinem Leben zu einem neuen Bild zusammenzusetzen. Wie lange das dauert? Ich weiß es nicht. Hoffentlich nicht allzu lange. Hoffentlich finde ich schon bald die Zeit, meine kleine Schreibstube regelmäßig zu besuchen. Hoffentlich.

Bis dahin, bleibt lesefreudig und gesund.

Claudia Marina

(Nein, nichts Schlimmes. “Nur” eine Umschulung zur Zahntechnikerin.)

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…ein geordnetes wird.

Blogtour zum großen Tal-Finale – Zweiter Teil

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Das Tal – eine absteigende Treppe – der Kreis schließt sich nur auf den ersten Blick.

Freitag, 13:56:
Alles erledigt. Staubsauger in die Ecke. Endlich kann ich lesen.
Seit Sonntag Abend bin ich auf Jagd. Immer wieder in kurzen Abschnitten. Für längere Strecken hat meine Ausdauer leider nicht ausgereicht, denn es hat mich schon gepackt, das Jagdfieber.

Diese Jagd muss ich nun zu Ende bringen. Sie hat mich ehrlich gesagt sehr verwirrt und ich weiß immer noch nicht, was ich am Ende erbeuten werde. Worauf wird es hinauslaufen? Stimmen die Andeutungen? Sind die weltweiten Katastrophen ein Vorbote für etwas noch viel Schrecklicheres, wie etwa das Ende der Welt? Und wenn ja, was hat das Tal damit zu tun? Aus diesem ganzen Wirrwarr werde ich im Moment noch nicht schlau.
Ich muss jagen gehen.

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In Wirklichkeit leider keine runde Sache. Wirklich nicht.

14:18:
Es fällt mir nicht schwer, eine Entscheidung zu fällen. Auch wenn die ganze Serie auf den letzten Seiten meiner Meinung nach ziemlich abgedriftet ist – in eine Richtung, die ich zu Beginn nie vermutet hätte. Und von der ich auch nicht weiß, ob ich sie gutheißen soll. Ich möchte an dieser Stelle auch nicht zu viel verraten, aber in mir brodelt ein ganzer Fragenvulkan.
Ich muss weiter im Tal bleiben. Bis zum bitteren Ende.

Nebenbei ein Kaffee und ein Nougatcroissant. Und die Füße hoch. Ist ja schließlich Wochenende.

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Trotz allem hat es seinen Platz gefunden.

15:58:
Ich habe das Tal verlassen.
Warum dieses Ende? Diese Erklärungen? Spannend war es allemal, ich konnte gar nicht aufhören zu lesen. Aber bin ich mit dem Ausgang auch zufrieden? Eher nein. Ich bin eher entäuscht. Von den Wendungen die die Geschichte in den letzten Bänden genommen hat. Das ist nicht mehr wirklich mein Tal. Ich bin froh, wieder nach Hause zu können. Die Charaktere sind mir ein wenig fremd geworden, fast so, als hätte ich sie zwischendurch verlassen und hätte sie nicht die ganze Zeit durch ihr Studium begleitet. Sie werden fast ein wenig profillos. Was so gut angefangen hat, hat zum Ende hin leider nachgelassen – nicht in der Erzählspannung, aber in den Ideen und deren Umsetzung.
Ob ich jemals wiederkomme? Ich kann es nicht sagen.

19:25:
Auch jetzt, dreieinhalb Stunden nachdem ich das Tal verlassen habe, kann ich nur Entäuschung über das Ende spüren. Soll es das gewesen sein? Ich habe das Spiel mitgespielt, die große Katastrophe ertragen, dem Sturm getrotzt und mich auch von der Prophezeiung nicht unterkriegen lassen. Ich habe mich nicht vom Fluch verrückt machen lassen und bin dennoch das Erbe angetreten, bin sogar auf die Jagd gegangen. Und das alles für diese Entscheidung?

Wie ging es euch dabei?

Blogtour zum großen Tal-Finale – Erster Teil

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Am Donnerstag ist sie gestartet – die große Blogtour zum Finale der Tal-Reihe von Krytyna Kuhn. Es ist eine Ehre für mich, dabei sein zu dürfen. Ich habe die Bände regelrecht verschlungen – und zum Finale werde ich sie in einem Lesemarathon noch einmal lesen.

Schon länger trage ich den Gedanken mit mir herum, alle Bände der Reihe noch einmal zu lesen. Viel zu lange ist es her, seitdem ich das erste Mal das Grace College betreten und mich mit Julia, Robert, Ben, Debbie, Rose, Katie, David und Chris angefreundet habe. Seit ich mit ihnen eine Reise angetreten bin, eine Reise in die eigene Vergangenheit. Seit ich sie auf diesem schwerem Weg begleitet habe. Das Tal zieht mich nun magisch zurück.

Jetzt ist die Gelegenheit dazu, sich auf den Weg zu machen.

Dabei muss ich eins vorweg nehmen: Alle acht Bände in 24 Stunden zu lesen – da habe ich den Mund wohl doch etwas zu voll genommen. Zum Glück habe ich zwei Termine. Also, die erste Staffel ist an diesem Wochenende dran, die zweite dann am Freitag. Oder was noch davon übrig ist. Parallel zum Lesen halte ich meine Endrücke hier in einem kleinen Tagebuch fest.

Um die Zeit zu überbrücken, in der ich gemütlich lese, schaut doch einfach mal hier vorbei – da findet ihr die bisher veröffentlichten Artikel meiner lieben Kollegen und Blogtourmitreisenden.

Tag 1  Tag 2 Tag 3

Samstag, 14:17
Es wird Zeit für mich, noch einmal von vorne zu beginnen. Noch einmal ins Tal zu reisen, als wäre es der erste Tag, als wäre ich nie dort gewesen. Ohne die Charaktere bereits zu kennen. Ich bin dann mal weg. Das Spiel ruft mich. IMG_20131123_142334

Immer noch Samstag, 16:29:
Das Spiel hat begonnen. Erstaunlich, wie schnell ich mich im Tal wieder heimisch gefühlt habe. Erschreckend, wie schnell mich die Panik wieder ergriffen hat. Dies ist ein böser Ort. Interessant ist auch, was ich damals über meine Reise ins Tal geschrieben habe.

Aber jetzt muss ich zurück. Die Katastrophe nimmt ihren Lauf.

17:51:
Die halbe Katastrophe ist überstanden. Oder steht sie mir etwa noch ganz bevor?
Bis ich fertig bin, könnt ihr meine Rezension lesen.


18:41:
Ein Sturm zieht auf.
Den ganzen Nachmittag bin ich schon im Tal. Ich kann nicht mehr entkommen.
Wer rettet mich?


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Der Sturm hat sich noch immer nicht gelegt. Jetzt geht es erst richtig los. Das Staffelfinale steht bevor. Erstmal eine kleine Pause.


Sonntag, 11:56:
Die kleine Pause hat länger gedauert. Erst jetzt komme ich ins Tal zurück. Wird sich die Prophezeiung bewahrheiten? (Ich hätte gestern gerne noch länger gelesen, aber irgendwann sind mir die Augen zugefallen. Ich schiebs mal aufs Alter. Oder den Winter.) CAM00287


13:20:
Ein Fluch hat mich belegt. Ich kann nicht mehr aufhören zu lesen. Werde ich jemals aus dem Tal entkommen können? Bis ich mehr berichten kann, könnt ihr euch meine Rezension vom Staffelfinale nochmal durchlesen. (Ab hier gibt es leider keine Rezensionen mehr, die sind im allgemeinen Lebenschaos untergegangen. Ich hole sie nach. Ehrlich.)


14:33:
Der Fluch hält mich in seinem Bann. Trotzdem brauche ich eine kleine Kaffee-und-Kuchen-Pause. Nebenbei lässt es sich ja trotzdem prima weiterlesen. Und bei euch so? Könnt ihr meine Ovomaltine-mit-Marzipanstange-Pause toppen?


CAM0028915:25:
Es wird Zeit, das Erbe anzutreten. Das Finale naht und noch immer sind so viele Fragen unbeantwortet, noch immer kommen neue Rätsel hinzu. Wie soll sich das alles auflösen?
Der Fluch hat mich ein wenig enttäuscht zurückgelassen, für mich war es bisher der schwächste Teil der Reihe.


19:13:
Der offizielle Teil meines Marathons endet nun. Das Erbe hat mich atemlos zurückgelassen. Nachher werde ich noch auf die Jagd gehen. Aber davon berichte ich euch dann in meinem zweiten Teil.
Bis dahin schaut doch einfach hier vorbei.CAM00290

✰ Regina Mengel – Am dreizehnten Tag

Gesamtausgabe3 nacht - endgültige Fassung kleinEs ist nur ein kleiner Schritt vom Hier und Jetzt nach Kis-Ba-Shahid. Du musst nur in den verbotenen Raum im Teeladen gehen, einen Tee trinken, einen Spruch aufsagen, und schon bist du drüben. Kannst dich auf fliegenden Teppichen vom kleinen Muck durch die Gegend chauffieren lassen. Mit Ali Baba durch die Straßen ziehen, neue Freunde kennenlernen – zum Beispiel eine Prinzessin, die sich so gar nicht prinzessinnenhaft benimmt. Bei lieben Verwandten wohnen, die dich rund um die Uhr verwöhnen. Doch nebenbei, so ganz nebenbei hast du auch noch eine Bestimmung zu erfüllen.

Susanna hält ihr Leben mit ihrem Vater für völlig normal. Zusammen leben sie seit dem Unfalltod der Mutter über ihrem kleinen Teeladen. Der wirft nicht viel ab, aber beide sind einigermaßen glücklich miteinander. Doch kurz vor Susannas dreizehntem Geburtstag häufen sich die merkwürdigen Ereignisse. Fremde Menschen verfolgen sie auf der Straße, sprechen sie an und werfen ihr sogar Blütenblätter vor die Füße. Und um das noch zu toppen, überreicht man ihr an ihrem Geburtstag ein Päckchen. Mit einer leeren, alten Glasflasche. Ein toller Scherz.

Nein, leider kein Scherz. Denn diese Flasche ist nur der Ausgangspunkt für ein ganz unglaubliches Abenteuer, dass sie und ihren neuen Freund Patrick erwartet und unter anderem in große Gefahr bringen wird.

Ein Märchen. Ein modernes Märchen. So ließe sich Regina Mengels Roman am ehesten beschreiben. Tausend und eine Nacht reloaded. Denn da sind sie, die Elemente, die so bekannt sind. Ein kleiner Muck mit fliegendem Teppich, ein charmanter Tagedieb, Geister in Flaschen, Wahrsagerinnen, Paläste mit Prinzessinnen und Herrschern – doch wie langweilig wäre es, diese einfach nur in eine neue Geschichte zu verpacken. So ganz ohne Makeover. Ohne Sinn und Verstand.

Wahrscheinlich hat sich Regina das auch gedacht und ist zum Glück ein wenig rebellischer vorgegangen. Die Figuren, die sie umgeschrieben hat – genau wie die, die sie neu erfunden hat – sind einfach nur herzerwärmend und erfrischend anders. Keine Nullachtfuffzehn-Märchenfiguren. Sie spielt dabei geschickt mit der Sprache und bringt mich mit ihren Kreationen zum Schmunzeln.

Hinzu kommt, dass hinter Am dreizehnten Tag eine spannende und gut durchdachte, aber nicht konstruiert wirkende Geschichte steht, die man kaum aus der Hand legen kann. Regina erzählt warmherzig und humorvoll. Leise und laute Töne wechseln sich ab, setzen sich zu einer wunderschönen Melodie zusammen. Ich bin gerne durch Kis-Ba-Shahid gereist – und kehre bestimmt noch einmal zurück. Den Weg kenne ich ja jetzt.







EBook: 508 Seiten
Erschienen bei Qindie
November 2013
ASIN: B00EVQZ3HE

4sterne

✰ Kaja Evert – Flügel aus Asche

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Ich mag Fantasy. Intelligente Fantasy. Die trotz ihrer fantastischen Welten und Wesen auch immer einen Bezug zur Realität und zur Gegenwart hat. Fantasy, wie Kaja Everts Roman Flügel aus Asche. Dachte ich jedenfalls. Leider kam es ein wenig anders.

Doch erst einmal zur Geschichte. Rashija, die fliegende Stadt, wird seit vielen Jahren von einem Tyrannen beherrscht. Das bekommt auch der junge Adeen zu spüren, der als niederer Schreiber Tag für Tag die Schikanen der höhergestellten Magier ertragen muss und der eigentlich viel lieber als Maler arbeiten würde. Doch Bilder und Kunst sind in Rashija einer strengen Zensur unterlegen; nur die Bilder, die dem Herrscher gefallen, dürfen existieren, alle anderen werden unbarmherzig zerstört.

Dann begegnet Adeen einer Gruppe von Rebellen und schließt sich ihnen an. Sie wollen die alten Gemälde vor der Zerstörung retten und Rashija von der Herrschaft des Tyrannen befreien. Immer tiefer zieht es Adeen in ihre Kreise – ohne zu wissen, dass er damit nicht nur sein eigenes Leben in Gefahr bringt, sondern auch zu einer Hauptfigur um das Schicksal der Stadt wird.

Klingt gut, dachte ich mir. Und begann zu lesen. Und wurde schon bald enttäuscht. Vielleicht lag es auch einfach an mir, aber ich habe die ganze Zeit nicht wirklich verstanden, worum es in dem Roman geht. Adeen will Maler werden und schließt sich einer Gruppe von Rebellen an, die Gemälde retten. So weit so gut. aber was hat das mit Adeen an sich und einem dunklen Geheimnis oder einer Prophezeiung oder verborgenen Talenten zu tun? Wieso gerade Adeen? Das wurde mir einfach nicht klar; und meiner Meinung nach versäumt es Kaja Evert hier auch, näher auf diesen Aspekt des Romans einzugehen. Sie hält sich viel zu sehr bei den Aktivitäten der Rebellen auf und versäumt damit, aus Adeen eine vielschichtige Persönlichkeit zu machen, die mich anspricht und berührt.

So reihen sich die einzelnen Szenen aneinander, ohne jemals zu einem ganzen Bild zu verschmelzen. Es fehlen Erläuterungen, vieles wird nie erklärt und verwirrt mich. Zum Beispiel die Frage nach der Stadt Rashija. Woher kommt sie und warum fliegt sie? Und worüber fliegt sie? All das bleibt unbeantwortet.

Flügel aus Asche bleibt ein Puzzle, das sich für mich nie zu einem Bild zusammensetzen wird.






Taschenbuch: 448 Seiten
Erschienen bei Knaur TB
Mai 2013
ISBN: 978-3-426-51196-1
2sterne

✰ Juliet Nicolson – Als Mrs. Simpson den König stahl

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England 1936. Gerade erst ist die 19-jährige May Thomas aus Barbados in England angekommen, als sie schon eine Stelle als Chauffeurin bei Sir Philip Blunt antritt. Mit ihrem offenen und herzlichen Wesen wird sie schnell von allen ins Herz geschlossen, doch besonders von Sir Blunts Nichte Evangeline, die bald ebenfalls in Chuckmere Park einzieht und mit ihrer impulsiven Art alles durcheinander wirbelt. Das mag ja noch sympathisch und herzerfrischend sein, doch eine andere Tatsache wird sie, und dadurch auch May, sehr bald in den Mittelpunkt der brodelnden Gerüchteküche bringen. Evangeline steht in engem Kontakt mit Wallis Simpson – und die hat eine Affäre mit dem König. Ein Skandal im prüden England, zudem Wallis geschieden und in zweiter Ehe verheiratet ist.

Für May hät ihr Leben in England hingegen eine ganz andere Hürde parat. Sie verliebt sich in den jungen und engagierten Studenten Julian – eine Verbindung, die so gar nicht standesgemäß ist.

Wenn diese kurze Inhaltsangabe für einen von euch schon verwirrend sein mag, dann kann ich euch versichern – das Buch ist es auch. Es gibt für mich keinen erkennbaren roten Faden, kein konstantes Thema; außer die Affäre des Königs mit Wallis Simpson, und auch die kommt für meinen Geschmack zu kurz. Es geht weniger um die Affäre und den Skandal an sich, als um das, was in dieser Zeit bei den anderen Protagonisten passiert und wie diese am Rande in den Skandal verwickelt sind.

Klingt eigentlich spannend, doch leider hapert es an der Umsetzung. Juliet Nicolson ist für meinen Geschmack zu sprunghaft in ihren einzelnen Episoden um Evangeline, May und Julian. Ich hatte eine Protagonistin – nämlich May – erwartet – und stattdessen bekomme ich drei. Zu viele, zumal Nicolson versucht, allen gerecht zu werden. Dadurch bleiben die Charaktere leider zu oberflächlich, um wirklich berühren zu können.

Als Mrs. Simpson den König stahl bleibt so eine kurzweilige Lektüre für zwischendurch, die aufgrund ihres Themas durchaus Potential zu einem wirklich spannenden und emotionalen Roman gehabt hätte. Nicolson schreibt ansprechend und elegant, doch leider bleibt sie in der Mittelmäßigkeit hängen. Schade.







Klappenborschur: 392 Seiten
Erschienen bei Insel Taschenbuch (Suhrkamp)
Juni 2013
Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser
Originaltitel: Abdication
ISBN: 978-3-458-35937-1
2sterne




Vielen Dank an den Suhrkamp Verlag für die Bereitstellung von Als Mrs. Simpson den König stahl. Und einen lieben Dank an Blogg dein Buch.

✰ Kerstin Pflieger – Sternenseelen #1 – Wenn die Nacht beginnt

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Lilly sitzt fest. Mitten in der Provinz. Ihre Mutter ist frisch verliebt und Hals über Kopf mit Lilly zu ihrem neuem Freund und dessen Sohn  Samuel gezogen. Alles ist neu für Lilly, das plötzliche Familienleben, die neue Schule – ein todschickes Privatinternat, die Umgebung, die neuen Mitschüler. Der einzige Lichtblick ist da Raphael, dem Lilly auf merkwürdige Art verfällt – auch wenn dieser sich äußerst merkwürdig ihr gegenüber verhält. Mal ist er aufmerksam und flirtet mit ihr, um dann wieder kalt und abweisend zu sein. Was steckt hinter diesem Verhalten?

Lillys Neugier steigt ins Unermessliche; und als ihr Stiefbruder in einen Autounfall verwickelt wird und über Nacht zu einem anderen Menschen wird, entdeckt Lilly Raphaels Geheimnis und wahres Ich. Raphael ist eine Sternenseele.

Wenn die Nacht beginnt ist der Auftakt der Fantasyreihe um Lilly und Raphael. Ein gelungener Auftakt, dem es an nichts fehlt. Spannung und Herzschmerz, Enttäuschung, Verrat, Freundschaft – alle wichtigen Themen für einen guten Jugendroman sind vorhanden und werden passend in die Geschichte eingebaut. Zudem erschafft Kerstin Pflieger eine ganz neue Art von übernatürlichen Wesen, was ihrem Roman eine herrliche Frische und Andersartigkeit gibt. Und mal ganz ehrlich – Vampire, Hexen, Nephilim, Drachen und was sonst noch so im Fantasyreich kreucht und fleucht – sie alle haben ihre Daseinsberechtigung und stricken wunderbare Geschichten – aber ab und an überkommt mich dann doch das Gefühl, dass sie immer nur das selbe Paar Socken stricken. Nicht, dass sie schlecht sind, aber richtig neu sind sie nicht.

Kerstin Pflieger hingegen schafft es, eine gänzlich neue Spezies zu entwickeln. Ein Mensch stirbt, und seine Seele verbindet sich mit einem Stern. Von nun an kann er nur in der Nacht wirklich lebendig sein, auf ewig mit seinem Stern verbunden. Er ist nicht wirklich lebendig, aber auch nicht tot. Er kann solange auf Erden bleiben, wie sein Stern lebt. Das können mehrere hundert Jahre sein – oder auch nur ein paar. Manche Sternenseelen leben also mit der Gewissheit, bald sterben zu müssen. Sie sind zarte Wesen, doch sie sind gleichzeitig stark – genau dieser Widerspruch macht sie für mich so interessant.

Alles in allem ist Wenn die Nacht beginnt ein spannender und emotionaler Roman, der mich sehr auf die Fortsetzung hoffen lässt.






Broschiert: 416 Seiten
Erschienen bei Goldmann
April 2013
ISBN: 978-3-442-47707-4
4sterne